Bald ist wieder Ferienzeit und manche Familien nutzen die freien Tage für einen mehr oder weniger langen Urlaub.

Mit jeder Reise, aber auch mit jeder Autofahrt im aktuell einsetzenden Winterwetter, besteht natürlich eine potentielle Gefahr, in einen Unfall verwickelt zu werden. Unsere Tochter ist nonverbal und könnte im Ernstfall keinem Ersthelfer, der sie nicht kennt, über ihren Zustand Auskunft geben. Wenn wir Eltern bei einem Unfall so verletzt wären oder unser Bewusstseinszustand so beeinträchtigt wäre, dass wir nicht ansprechbar wären, könnte das für unsere Tochter problematisch sein. Eine Mama aus meiner WhatsApp Gruppe hat mich auf die Idee gebracht und so haben wir eine Notfallkarte gebastelt.

Auf dieser Notfallkarte ist zu lesen, wie unsere Tochter heißt, wann sie geboren ist und welche Einschränkungen sie hat (nonverbal, immobil, hör- und sehbehindert, geistig eingeschränkt, therapieresistente Epilepsie, keine adäquate Verständigung möglich).

Nun leben wir hier ja auf dem Land und haben ganz großartige Nachbarn. Ganz viele haben Freunde oder Bekannte aus anderen Ländern oder stammen selbst ursprünglich nicht aus Deutschland. Sie haben meine deutsche Vorlage übersetzt. Einfach so. In ganz viele Sprachen. Ist das nicht großartig? Weltbeste Nachbarn, für die ich sehr dankbar bin.

Jetzt hängt ein Anhänger am Autositz und falls wir einen Unfall haben sollten, bei dem Fahrer und Beifahrer nicht (mehr) ansprechbar sind, erklärt die Notfallkarte was von unserer Hummel erwartet werden kann und was eben nicht. Man weiß ja schließlich nie, wer als Ersthelfer vor Ort ist.

Wir haben auch sicherheitshalber in der Sitztasche vor ihr und auch im Rollstuhlrucksack eine Spritze deponiert. Sollte ihr jemand etwas sondieren müssen, geht das völlig unproblematisch und ist so auch auf der Notfallkarte vermerkt.

Ist gut geworden, oder? Auf dem zweiten Bild ist übrigens die Rückseite.

 

Einen weiteren Hinweis würde ich sehr gerne geben: Wenn Ihr für ein Familienmitglied Sauerstoff im Haus benötigt, erwähnt das doch bitte mal bei der zuständigen Feuerwehr oder Rettungsleitstelle. Das haben wir gemacht, damit im Notfall jeder weiß, wo es wegen des Sauerstoffs besonders gefährlich bei einem Brand werden kann. Außerdem kann hinterlegt werden, wenn immobile Personen im Haushalt leben, so dass gar niemand versucht, im Ernstfall diese Person zu einem Sprung zu animieren. Unter Umständen kommt sogar jemand von der Feuerwehr bei Euch vorbei und schaut sich die Örtlichkeiten an. Ab und an kann es vielleicht auch Sinn machen, dass mit Aufklebern  gekennzeichnet wird, in welchem Zimmer jemand sein könnte mit speziellen Bedürfnissen oder auch Hinweise am Boden für Fluchtwege angebracht werden.

Und apropos Urlaub: Wusstet Ihr, dass es spezielle Kofferanhänger für diverse medizinische Geräte gibt wie CPAP oder Konzentratoren?
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In vielen Fällen darf medizinisches Equipment genau wie alle Zutaten für eine Pürierdiät und Sondenkost, auch Insulin und andere Medikamente sogar kostenfrei im Flugzeug mitgenommen werden. Wer einen Flug plant, sollte vorab mal mit der Airline sprechen und nach den Konditionen fragen. In der Regel braucht es auch international lediglich eine eindeutige Kennzeichnung des entsprechenden Gepäckstücks und eine ärztliche Bestätigung für die Notwendigkeit. Gilt übrigens auch für die meisten Kreuzfahrtschiffe.

 

Von Veröffentlicht: 25. November 2023Kategorien: Mamas Welt, Tipps